Hundewelpen beim Tierarzt

Auch für uns TierärztInnen ist es immer wieder ein Vergnügen, diese aufgeweckten kleinen Rabauken in der Praxis zu haben. Wenn die Freude bei allen lang anhalten soll, sollten Sie ein wenig über die wichtigen Entwicklungsstufen Ihres Lieblings wissen.

Die Sozialisationsphase

Ein sehr wichtiger Abschnitt der Entwicklung Ihres neuen Familienmitglieds ist die Sozialisationsphase (im Alter von 4 -12 Wochen), in der der Welpe, unterstützt durch eine maximale Lern- und Anpassungsfähigkeit, auf sein späteres Hundeleben vorbereitet wird. Alles, was er in diesem Zeitraum kennen lernt und mit positiven Gefühlen verbindet, wird ihn als erwachsenen Hund nicht ängstigen, wenn es während der Sozialisationsphase als "normal" erfahren wurde.

Die Dinge des Alltags
Machen Sie sich also an die Arbeit und Ihren neuen Mitbewohner mit den Dingen des Alltags vertraut – wie Türklingel, Staubsauger, Müllabfuhr –, fahren Sie mit ihm Bus, Zug und Straßenbahn, zeigen Sie ihm Menschen, groß und klein, jung und alt und auch TierärztInnen. Die Erfahrungen in diesem Lebensabschnitt haben großen und nicht zu unterschätzenden Einfluß darauf, ob ein Hund später menschen- und kinderfreundlich, entspannt und selbstsicher ist. Achten Sie aber darauf, daß er nicht überfordert wird; er braucht zwischen solchen Erkundungen auch genügend Ruhephasen.

Das Betreten der Praxis
Eine wichtige Voraussetzung, damit ein Hund sein Leben lang freudig und vertrauensvoll in die Tierarztpraxis kommt, ist eine positive Erfahrung beim ersten Praxisbesuch im Welpenalter. Welpen binden sich in der Regel schnell und eng an den neuen Besitzer, ihren "Rudelführer". Gehen Sie als „Alpha-Tier″ also beherzt und ohne zu zögern zur Praxis und später auch ins Behandlungszimmer: Damit zeigen Sie durch Ihr Verhalten, daß es keinen Grund zur Ängstlichkeit gibt, und Ihr Welpe wird sich wohlfühlen. Es ist ganz wichtig, nicht schon vorbeugend mitleidig oder beschwichtigend auf den Welpen einzureden. Dies erweckt sonst bei ihm den Eindruck, daß etwas Gefährliches oder Unangenehmes bevorsteht, vor dem sich sogar der Besitzer (sein Alpha-Tier!) fürchtet.

Ein Mittel gegen Ihre Aufregung
Machen Sie doch einfach vor dem ersten Untersuchungs- und Impftermin einen Kennenlernbesuch zum Wiegen, evtl. zur Gabe von Wurmtabletten, für Anfängertipps und lassen Sie ihn mit der Tierärztin spielen (natürlich gibt′s auch Leckerlis) – dann ist beim nächsten Mal alles schon vertraut.

Was passiert beim "ersten Mal"?
Ihr Welpe wird mit Leckerbissen und Spielen so abgelenkt, daß er für die Untersuchung nur wenig Aufmerksamkeit übrig hat und meist die Impfspritze nicht einmal bemerkt. Währenddessen werden Augen, Ohren und Milchzähne kontrolliert, das Herz wird abgehört, Nabel und Bauch werden abgetastet usw. - kurzum: der Hund wird von Kopf bis Fuß durchgecheckt und, wenn alles in Ordnung ist, geimpft.

Welpenfoto: Sigismund von Dobschütz; Lizenz: Creative Commons
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