Umwidmung Vol. 2

Für ein paar Flaschen Bier, Pizza und Chips reicht die Kohle allemal!

Der Alkohol vernebelt die Sinne und hebt in höhere Sphären, in welcher die Beseitigung des eigenen Mülls als ernüchternder Akt ausgeblendet wird. Oder aber er gaukelt einem vor, daß man sich in einem Lokal befindet, in dem die Bedienung das Eine bringt und das Andere wieder mitnimmt. Und für die Verdauung von Pizza und Chips konzentriert der Körper alle Kraft auf die dafür nötigen inneren Organe. Hände und Arme sind da physiologisch einfach überfordert mit dem Wegtragen von Abfall.

Immerhin ist zur ersten Umwidmung der Bank ein Fortschritt zu verzeichnen: Es wurden diesmal keine Bierflaschenscherben hinterlassen, die sich in Hundepfoten genauso schmerzhaft schneiden wie in nackte Kinderfüße oder dünne Schuhsohlen.

Der "öffentliche Raum": Er hat so etwas angenehm Abstraktes, das einen von persönlichem Betroffen- und Verantwortlich-Sein entschuldet. Zum Beispiel auch den Hundehalter, der seinen gefüllten, roten Hundekotbeutel auf der Bank abstellte: Wenn eh schon Müll herumliegt... ich muß ihn ja nicht wegmachen! Und nicht nur der aktuell betroffene Radhalter kennt das: Der Korb auf Rad-Gepäckträgern ist ein willkommener Abfallkorb für alle soziologischen Grottenolme. Wenn mir noch einmal jemand sagt, der Mensch sei ein soziales und Kulturwesen - dem schmier ich eine!

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