Initiative Tierwohl: Marketing ist alles

- 12.6.2018 -

Seit 2015 gibt es sie - die Initiative Tierwohl, ein Zusammenschluss von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel und sie möchte „mehr Tierwohl“ in Schweine- und Geflügelställe bringen. Die Platzhirsche des Einzelhandels wie Edeka, REWE, Netto, Lidl, Aldi u.a. finanzieren sie: Pro verkauftem Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisch und -wurst führen sie 6,25 Cent an die Initiative ab. "Mit diesem Geld, jährlich rund 130 Millionen Euro, werden Tierhalter für die Umsetzung von Tierwohlmaßnahmen honoriert", so auf der Webseite der Initiative zu lesen.

Eine skurrile Logik: Um die Lebensbedingungen der Tiere in der Massenhaltung zu verbessern, sollen wir Billigfleisch beim Discounter kaufen! Verbessert wird so gut wie nichts gegenüber den gesetzlichen Standards (Bericht auf PETA). Achtung: Der Bericht von PETA enthält Fotomaterial, das für Fleischkonsumenten unter 99 Jahren nicht geeignet ist!

Aber auch wir Verbraucher sollten uns endlich an die Nase fassen. Laut einer Befragung des Bundeslandwirtschaftsministeriums wären 88 % der Deutschen bereit, mehr Geld für Fleisch auszugeben, wenn die Tiere besser gehalten werden (Fleischatlas 2018). Wo laufen sie denn? Am Mangel an Einkaufsmöglichkeiten (regionale Metzgerläden) kann es nicht liegen. Wir möchten es billig - im wirklichen Leben. Wenn es nicht so wäre, hätten Discounter ihr Billigfleisch schon lange aus den Regalen verbannt...

Weitere kritische Einschätzungen zur "Initiative Tierwohl" auf:

Süddeutsche Zeitung
Der Spiegel
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Stand: 0.00 (0 Bewertungen)
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok