Das Wichtigste steht zwischen den Noten

Hört Peter Stangel neben Klassik auch andere Musik? „Ich mag Jazz sehr gerne. Mit Pop kann ich in der Regel nichts anfangen, wobei es natürlich Songs gibt, die gut sind. Aber prinzipiell ist mir Pop einfach zu platt und langweilig, das reizt mich nicht zum Hören. Techno und Disco ist gar nicht mein Ding. Ich mag manche Liedermacher sehr gerne: Paolo Conte oder Georg Kreisler zum Beispiel. Ein bißchen anspruchsvoll sollte es schon sein. Ich nenne das Andere immer unterkomplex: Ein Popsong hat genau eine Stimmung und es gibt insgesamt drei oder vier veschiedene Stimmungen generell: Du kannst glücklich sein, daß du verliebt bist; du kannst unglücklich sein, daß du verliebt bist; du kannst wütend sein, und das geht dann mehr in Richtung Heavy Metal. Jede Symphonie von Beethoven schreitet das in zwei Minuten ab und dann kommt der ganze Rest, der in der Popmusik nicht vorkommt. Und das ist doch eigentlich spannend.“

Legte man früher mehr Wert auf Kultur und Bildung, als es zumindest im besserverdienenden Bürgertum Usus war, ein Instrument zu lernen? Peter Stangel sieht das so: „Kultur ist ein Teil von Bildung. Das ist eine interessante Frage: Bildung, Kultur, Zivilisation. Die Benutzung eines Wasserhahns würde ich als zivilisatorisch bezeichnen. Und eine Sprache ist zunächst per se Bildung. Wenn ich aber ein Gedicht in dieser Sprache lese, dann ist es Kultur.“

Wenn Sie ihm das nächste Mal im Café begegnen, sprechen Sie ihn ruhig an - Petert Stangel ist kein abgehobener Klassiker.

(Das Interview führte Karin Zick 2014; Fotos: Astrid Ackermann, Konstanze, privat)
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