Buntes Leben - bunte Bilder


Nicht weniger kreativ und mit der angenehmen Eigenschaft versehen, daß man die Ergebnisse essen kann, ist eine weitere Liebhaberei von Peter Körner: das Garteln. Wobei als landwirtschaftliche Anbaufläche nicht der klassische Kleingarten fungiert, sondern schlicht ein Stück Acker im Osten Münchens. Alles reine Biokost und die Blumen, die Peter Körner aussät, dienen weniger der Dekoration: Sie haben einen praktischen Nutzen: „Dabei handelt es sich um Blumen, die man früher im Bauerngarten hatte. Denn sie sind Begleiter zu den einzelnen Gemüse- und Salatpflanzen: Die einen brauchen sie, weil sie von den Blumen Nährstoffe kriegen, die anderen halten Ungeziefer ab. Ich befasse mich intensiv damit, wer sich mit wem auf dem Beet verträgt.“ Das Wissen hierfür bekam Peter Körner zu einem großen Teil von seiner Großmutter mit, den Rest aus der Lektüre von Klostergartenbüchern und Fachbüchern.
Und wer verarbeitet das Biogemüse, sprich: wer kocht? Für sich allein, und da geht es Peter Körner nicht anders als den Meisten, betreibt er außer manchmal sonntags keinen großen Aufwand. Aber das Gemüse aus dem eigenen Garten läßt sich noch anders verarbeiten: „Ich konserviere ziemlich viel von dem, was ich im Garten ernte: trocknen und zu Pulver zermahlen oder in Scheiben oder Würfel lassen und diese beim Kochen dazugeben. Alle Vitamine bleiben erhalten; es wird nur das Wasser entzogen. Damit kann man sich das Kochen ungemein erleichtern und etwas Raffinement hinzufügen. Mein Sinn fürs Praktische kommt da immer durch. Ursprünglich wohl angeregt durch Bequemlichkeit.“

Hat man mit 67 noch Träume? Die klassische Pensionärs-Nachholpanik sitzt ihm nicht im Genick: „Ich würde ganz gern die Welt bereisen, aber ich habe – natürlich aus pragmatischen Gründen – das Glück, daß ich genügend Phantasie besitze. Wenn ich einen Aborigine in seiner gewohnten Umgebung sehen will, dann male ich ihn mir oder schaue mir einen entsprechenden Film auf „arte“ an. Ich bin in meiner Jugend genug herumgekommen. So richtig in die Ferne zieht es mich nicht. Den großen Druck, wie ich ihn im Bekanntenkreis mitkriege, habe ich nicht: Nicht mehr in der Arbeit, Geld auf der Seite, in der Jugend geplante Weltreisen machen.“

Peter Körner sagt von sich, er fühle sich wohl - jetzt und hier. Sein Schlußwort ist die Quintessenz aus seiner Zeit bei der Stadt München, taugt aber durchaus als Richtschnur in unser aller Denken: „Jeder hat Vorurteile, aber wenn man die im Laufe seines Lebens einigermaßen abgeschliffen hat, kann man überall zurechtkommen.“

(Das Interview führte Karin Zick 2014; Fotos mit freundlicher Genehmigung von Peter Körner)
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