Aus der Luft greifen kann man nichts


Über Münchner Stadtviertel hat Martin Arz einiges zu erzählen, nicht nur in geschriebener Form, sondern auch auf seinen ca. dreistündigen „Stadtteil-Safaris“. Diese darf man sich aber nicht als heruntergespulte Führungen mit Allerweltsinfos vorstellen, wie sie Touristen im allgemeinen erdulden: Die „Safaristas werden bestens unterhalten mit Geschichten und Histörchen, Anekdoten und Erstaunlichem aus dem jeweiligen Stadtviertel. Arz selbst führt durch das Glockenbachviertel, Maxvorstadt und Haidhausen und bringt auf der Street Art-Safari die Graffitiszene näher. Zwei weitere Autoren nehmen sich dem Südfriedhof, den Stadtbächen und dem Westend an sowie Giesing.


Krimis und Stadtteilbücher schreiben, Stadtteil-Safaris abhalten, die ganze Verlagsarbeit samt Werbung und Verkauf - langweilig wird es Martin Arz nicht, auch wenn das Malen momentan hintansteht.



Einen Wunsch hat er aber noch: „Es würde mich freuen, wenn endlich meine Krimis verfilmt würden. Wenn man sich anschaut, was im Fernsehen läuft, verstehe ich bis heute nicht, warum meine Krimis nicht schon längst zigfach verfilmt worden sind. So arrogant bin ich jetzt. Und ich würde sie – das war schon von Jugend an mein Wunsch - selber verfilmen; ich würde gerne selber Regie führen und die Filme selber realisieren.“

Große Buchprojekte stehen derzeit nicht an, die entstehen eher aus konkretem Anlaß, wenn Arz feststellt, daß es zu bestimmten Themen nichts Münchnerisches gibt:
„Das sind Themen, die plötzlich in der Luft liegen und ich recherchiere dann. Zum Beispiel wie damals bei Street Art – das gab es nicht. Oder es gab kein Sammelsurium und so habe ich dann Absolut München gemacht. Oder es gab kein Buch über die spektakulärsten Verbrechen in München; also schrieb ich 'Todsicheres München'“.

Die Idee für ein Stadtteilbuch ist das Eine, das Andere ist umfangreiche Recherche. Das Stadtarchiv mit seinem großen Bilderbestand ist eine gute Quelle sowie Monacensia mit allen Publikationen, die jemals über München veröffentlicht wurden. Zeitzeugen sind dagegen nicht unbedingt eine zuverlässige Quelle, so die Erfahrung von Martin Arz: „Sie erinnern sich oft falsch - unbewußt. Oder sie verklären etwas oder bringen Sachen zusammen oder durcheinander. Gerade wenn es um konkrete Jahreszahlen oder Zeiträume geht, kann es mitunter schwierig sein. Denn die Wenigsten haben alles aufgeschrieben.“ Zumindest als Ideengeber oder Anlaß zum Recherchieren lohnen sich Gespräche mit alten Stadtviertlern dennoch. An dieser Stelle räumt Martin Arz mit einem sich hartnäckig haltenden Gerücht ein- für allemal auf: „Bevor ich anfing, das Buch über die Isarvorstadt zu schreiben, habe ich immer wieder von allen möglichen Leuten gehört, es gäbe noch einen unterirdischen Bach. Meine Recherche ergab: Außer dem Westermühlbach gibt es keinen mehr. Das sind alles nur Gerüchte. Es gibt keinen weiteren – fertig!“

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