Aus der Luft greifen kann man nichts


Woher bezieht der Autor die Ideen und Stoffe für seine Krimis? „Man beobachtet, die Beobachtungen fließen ein und man gibt bestimmte beobachtete Charakterzüge einer Person wider. Aus der Luft greifen kann man nichts. Wer das behauptet, der lügt. Jeder wird von etwas beeinflußt. Wir alle interagieren mit unserer Umwelt und das fließt natürlich in meine Geschichten ein.“

Neben den Krimiromanen mit den schwulen Ermittlern Max Pfeffer und Felix schreibt Martin Arz auch Bücher über diverse Münchner Stadtviertel. In 20 Jahren Wohnen im Glockenbachviertel und hat er dessen Entwicklung von der „no go area“ bis zum teuersten Viertel Deutschlands hautnah miterlebt und empfindet den jetzigen Zustand als „absolute Perversion“. Womit er definitiv nicht alleine steht!
Irgendwann erreichte Martin Arz eine Anfrage, ob er ein Buch zu diesem Thema schreiben wolle, und Arz sagte zu. Das Buch war fertig, aber es kam nicht zur Veröffentlichung. Der Autor hatte jedoch Blut geleckt. Und was macht man, wenn sich kein Verlag findet? Man gründet selber einen! Der Schritt zum Gewerbeamt ist dabei das Leichteste: „Ich war völlig blauäugig. Einen Verlag kann jeder gründen für 40 Euro beim Gewerbeamt. Aber das Drumherum! Zum Glück haben mir viele geholfen.“ Mittlerweile hat Arz eine ganze Reihe von Stadtviertelbüchern herausgegeben, auch von anderen Autoren. Wobei: „Ich muß sagen, daß ich von anderen Autoren sehr selten für mich interessante Themen angeboten bekomme, deswegen mache ich die Bücher meistens selbst.“ Seinen Verlag - Hirschkäfer-Verlag - hat Arz bewußt nicht nach sich benannt. Wie kam er auf den Hirschkäfer als Namensgeber? "Alle coolen Namen, die ich im Internet gecheckt habe, waren schon vergeben. Schließlich fiel mein Blick auf den kleinen Bronze-Hirschkäfer, den ich seit Jahren auf dem Schreibtisch stehen habe. Ich mag Hirschkäfer, also habe ich geschaut, ob es einen Hirschkäfer Verlag gibt. Gab es nicht. Daher wurde es mein Verlagsname."

Vom Auftreten her ist es ein München-Verlag, der Münchner Themen behandelt. Einen eigenen Verlag zu betreiben, hat Vorteile: „Das Schöne ist, daß ich relativ unabhängig meine Sachen machen kann und niemandem für meine Bücher und Gestaltung Rechenschaft ablegen muß. Wenn sie gut ankommen und sich gut verkaufen, ist es gut. Manche Bücher verkaufen sich auch nicht, wobei das nicht unbedingt am Inhalt oder an der Gestaltung liegen muß, sondern wo ich nicht weiß, warum. Aber es ist mein Risiko. Wenn ich einen Fehler gemacht habe, war es meiner und dazu stehe ich dann auch.“
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