Gerhard Acktun

Wie gewinnt man Kollegen zur Mitarbeit an einem Hörspiel? "Den Hansi Kraus, der bei den Viktualienmarkt Gschichten mitmacht, kenne ich seit 40 Jahren. Wir haben zusammen ein paar von diesen Pauker-Filmen gemacht, auch in der "Löwengrube" haben wir zusammen gedreht. Und ich habe ihn einfach gefragt: Du Hansi, hättest Du mal Lust, in einem Hörspiel zu sprechen? 'Ja, klar'. So ist das auch mit den anderen Kollegen gelaufen. Die Christiane Blumhoff kenne ich auch schon 30 Jahre; die Conny Glogger und die Bettina Redlich, mit der habe ich mal gedreht. Die habe ich einfach gefragt. Sie machten mit und sind mir mit ihrer Gage sehr entgegengekommen, sonst hätte ich das Projekt nicht finanzieren können."

Für die Viktualienmarkt Gschichten konnte Gerhard Acktun zur musikalischen Untermalung die Gruppe "Haindling" gewinnen, was nicht einfach war und "ein bißchen was" gekostet hat. Ob und wann die Viktualienmarkt Gschichten weitere Fortsetzungen erfahren, steht noch nicht fest, denn "man braucht eine interessante Geschichte und ich bin froh, wenn ich den zweiten Teil fertig habe. Es ist schon sehr aufwendig, die ganzen Leute unter einen Hut zu bringen. Ich habe beim zweiten Teil 25 Rollen. Manche Kollegen sprechen zwar mehrere Rollen, aber 20 Sprecher brauche ich dennoch."
Was ist das Peinlichste, was Ihnen je passiert ist?
"Das ist bestimmt jetzt über 20 Jahre her: Ich habe für den BR einige Trailer oder man kann auch sagen Programmhinweise gesprochen. Ich stand also im Studio und hatte ein Ankündigung für eine Sendung mit Karl Moik zu sprechen. Ich fragte die Regie, die sich durch eine Glasscheibe sichtbar in einem anderen Raum befand: 'Wer ist denn das?' Worauf sich ein Herr, der neben dem Regisseur saß, meldete: 'Das bin ich.' Das war schon sehr peinlich in dem Moment."

Wen - prominent oder nicht - würden Sie gerne kennenlernen und warum?
Loriot –Victor v. Bülow. Denn ich finde seinen Humor einzigartig. Das Beste, was es an Humor in den letzten Jahren gegeben hat.

Die Aufnahmen für seine Hörspiele fertigt Gerhard Acktun selbst, die Mischung gibt er an Profis. Der Künstler hat noch einiges vor: "Ich möchte gerne mit bayerischen Sachen weitermachen. Das war ein Grund, warum ich den Alogino Hörbuchverlag gegründet habe: um bayerische Sachen wieder auf Vordermann zu bringen und zu zeigen, daß das Bayerische nicht ausstirbt."

Wer "Zwicki, der Wolpertinger" noch nicht kennt, hat vielleicht eine neue Chance, den kleinen Kerl in absehbarer Zeit kennenzulernen. Vielleicht nimmt Gerhard Acktun nächstes Jahr die Fortsetzung auf, mit echten Kindern. Die sollen mittels eines Wettbewerbs und anschließendem Casting gefunden werden. Und wer nicht weiß, was ein Wolpertinger ist, dem sei Wikipedia ans Herz gelegt.

Gerhard Acktun in Aktion in Film und Fernsehen

(Das Interview führte Karin Zick 2010)
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