Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen

Die Koordinierungsstelle ist mit anderthalb Planstellen ausgestattet, die mit zwei Mitarbeitern besetzt ist, Frau Franz und Herrn Unterforsthuber. Die Koordinierungsstelle leistet als einzige städtische Dienststelle explizit Antidiskriminierungsarbeit für Lesben und Schwule in München, in Erweiterung auch für Transgender, die ebenfalls stark von Stigmatisierung und Diskriminierung betroffen sind. Auch wenn sich die Situation für Lesben und Schwule in den letzten zehn, fünfzehn Jahren positiv verändert hat (Lebenspartnerschaftsgesetz, Aufhebung des Sonderstrafrechtsparagraph), so bedeutet dies nicht, daß homosexuelle Menschen nicht mehr benachteiligt seien. Alle aktuellen Untersuchungen und Erfahrungen vieler Beratungseinrichtungen besagen anderes: Ausgrenzung und Benachteiligung sind alltägliche Erfahrungen von Lesben und Schwulen. Pro Jahr wenden sich um die 200 Ratsuchende an die Koordinierungsstelle, wobei Beratungen zum Coming out am Arbeitsplatz sowie Ausgrenzung und Benachteiligung die häufigsten Themen darstellen. Neben der Beratungstätigkeit im Büro in der Müllerstraße leistet die Koordinierungsstelle umfangreiche Gremienarbeit: Im Jahr 2005 nahm sie in 140 Sitzungen an 54 verschiedenen Gremien teil. Ferner organisiert und moderiert die Koordinierungsstelle den vierteljährlich im Rathaus tagenden "Runden Tisch zur Gleichstellung von Lesben und Schwulen", an dem Vertreterinnen und Vertreter städtischer Referate, schwullesbischer Einrichtungen sowie Mitglieder des Stadtrats vertreten sind. Hier werden grundsätzliche und aktuelle Probleme und Anliegen von Lesben, Schwulen und Transgendern behandelt und gemeinsam mit Verwaltung und Politik Verbesserungsmöglichkeiten beraten. Projekte und Aktionen sind ebenfalls ein wichtiges Tätigkeitsfeld der Koordinierungsstelle. Beispielsweise beschäftigte sie sich 2003 bis 2005 schwerpunktmäßig mit dem Thema "Lebenssituation von Lesben und Schwulen im Alter". Seit 2005 steht die Situation schwuler und lesbischer Jugendlicher im Vordergrund. Das Ladenbüro der Koordinierungsstelle bietet kostenlos Schriften für alle, die sich fundiert und umfassend über die Lebenssituation von Schwulen und Lesben in München informieren möchten.
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