Baaderstraße

Benannt nach Franz von Baader (1765 in München - 1841 ebenda), Arzt, Bergbauingenieur und Philosoph. Er gründete 1805 die Salin-Tafelglasfabrik im ostbayrischen Lambach (Ortsteil von Lam am „Gläsernen Steig“)

Baader gelang die Entwicklung eines erfolgreichen Glasschmelzverfahrens mittels Glaubersalz anstatt Pottasche. Das Patent hierauf verkaufte er 1811 an die österreichische Regierung. 1808 wurde er ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Ebenfalls 1808 erhielt er den Zivildienstorden der Krone Bayerns, wodurch er in den Adelsstand erhoben wurde. Im Jahr 1815, nach dem Ende des Krieges gegen Napoleon, setzte Bader sich mit einer Schrift an die Siegermächte (Über das durch die französische Revolution herbeigeführte Bedürfnis einer neuen und innigen Verbindung der Religion mit der Politik) für ein einheitliches Reich aller Christen in Europa ein. In München veröffentlichte Baader 1835 eine Schrift über die Lage des Proletariats und zählt damit zu den Pionieren der Sozialreformatik.

Franz von Baaders spätere philosophische Schriften wurden allgemein geschätzt. Seine Theorien von einer einheitsstiftenden Weltseele haben insbesondere auf Schellings Naturphilosophie eingewirkt, der ihm anfangs sehr verbunden war. Im Alter entwickelte sich ein Streit zwischen beiden. Baader zählt zu den zentralen Personen der Münchener Romantik. So beteiligt er sich am Kreis um Joseph Görres, dem auch der Katholik Ignaz von Döllinger zeitweilig zugehört hat. Ab 1826 war Baader auch Honorarprofessor für Philosophie der neu gegründeten Universität München. Er hielt religionsphilosophische und erkenntnistheoretische Vorlesungen sowie über den Naturphilosophen Jacob Böhme.
(Quelle: Wikipedia/Ludwig Gruber)

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