Baldestraße

Benannt nach Johann Jacob Balde (1604 bis 1668), deutscher Jesuit und neulateinischer Dichter.

Als 1621 der Dreißigjährige Krieg das Bistum Straßburg erreichte, floh Balde nach Ingolstadt, wo er Philosophie und Rechtswissenschaften studierte.



Die Baldestraße in Richtung Auenstraße

1624 trat er in den Jesuitenorden ein. Nach zwei Jahren Ausbildung ging Balde nach München, wo er am Wilhelmsgymnasium unterrichte und durch seine ersten poetischen Werke, zunächst Schuldeklamationen, die Aufmerksamkeit seiner Umgebung auf sich zog. Als Professor der Rhetorik 1628 nach Innsbruck versetzt, hatte Balde auch dort Erfolg mit Vorträgen und dramatische Arbeiten. Auf Anordnung des Ordens ging er zum Studium der Theologie nach Ingolstadt, wurde Zeuge der Belagerung durch schwedische Truppen und wurde 1633 durch den Weihbischof Resch von Eichstätt zum Priester geweiht.

1634 bis 1635 war Balde in München, wurde aber zum Semesterbeginn 1635 als Rhetorikprofessor an die Hochschule Ingolstadt entsandt. 1637 hatte Balde mit dem biblischen Drama "Jephte" einen großen Erfolg. Auf Wunsch Herzogs Alberts VI. ging Balde nach München zurück um dessen Sohn Albrecht Sigismund zu erziehen, den späteren Bischof von Freising.

Im Jahr 1638 wurde Balde Hofprediger des Kurfürsten Max I.; nach zwei Jahren musste er die Stelle aus Krankheitsgründen aufgeben und bekam stattdessen den Auftrag die bayrische Geschichte aufzuschreiben. Er widmete sich nun vorwiegend seinen poetischen Arbeiten zu und gab 1643 bis 1645 seine Oden und Lyrischen Wälder heraus, die seinen Ruhm als Lyriker begründeten.

Bereits 1638 hatte Balde die Gesellschaft der Mageren gegründet (auch Ritter vom dürren Orden), eine Vereinigung, die gegen das Übergewicht kämpfte, ein in den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges exzentrisches Vorhaben. Balde selbst war extrem dünn und deswegen Zielscheibe von Spott. Er fand einflussreiche Verbündete wie etwa Herzog Albrecht VI. von Bayern. Seine eigene schwache Gesundheit war der Grund, dass man Balde 1650 nach Landshut versetzte. Dort wie später in Amberg war er als Kanzelredner tätig, schreib aber weiterhin, unter anderem Satiren. 1654 wurde er nach Neuburg an der Donau versetzt, wo er anfänglich als Hofprediger, später als Beichtvater des Pfalzgrafen Philipp Wilhelm wirkte.

Baldes Büste wurde in der Münchner Ruhmeshalle aufgestellt.

(Quelle: Wikipedia/Balu)

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